Es ist zwar schon ein paar Wochen her, aber ich bin mit meiner Berichterstattung ja immer einwenig zurück, was nicht weiter tragisch ist, ich bin nämlich der Meinung, dass Reisen nicht an Aktualität verliert.

So, vor ein paar Wochen also hat die Deutsche Bahn in Kooperation mit dem französischen Partner SNCF die neue super-fast Strecke Marseille-Frankfurt eingeweiht. Und zur Eröffnungsfahrt von Straßburg nach Frankfurt haben sie mich eingeladen und den ausgezeichneten Kollegen hier drüben.

Warum? Keene Ahnung. Wahrscheinlich hat die PR-Abteilung ihre Marketing Strategie auch auf neue Medien ausgeweitet. Christoph Pfaff zum Beispiel testet derzeit die verschiedensten Abteile der Nachtzüge.
Vielleicht wollte die DB aber auch meine skandalträchtige Aufdeckung ihres miserablen Online-Buchungssystem durch neue Berichterstattung überdecken. Keine Sorge, mein Größenwahn hält sich noch in Grenzen, letzteres ist sehr, sehr unwahrscheinlich.

Pressefahrt Straßbourg-2

Was hat die Bahn also davon mich einzuladen?

Immerhin schon mal diesen Artikel, der ganz ohne Kritik auskommt – positive Berichterstattung über die DB, ja ja, die soll’s geben.
Und ich erzähl euch davon, dass es eine neue Strecke in neuem Geschwindigkeitsrekord gibt, die man, wenn man Glück hat und Europa-Spezial-Tickets ergattert für bereits 39Euro befahren kann. In 7,75 Std. von Frankfurt an die französische Mittelmeerküste ist fix, kann man nicht anders sagen.

Dass ich euch ab jetzt von der 1. Klasse vorschwärme

Außerdem hat die Bahn aufgrund dieser Einladung bereits jetzt 10Euro Gewinn gemacht. Vor ein paar Tagen buchten wir wieder Zugtickets nach Hamburg und zwischen der 2. Klasse und der 1. Kl. lagen nur 10 Euro Differenz. Ich wählte die 1. Klasse.
Während dieser Pressefahrt – meine erste Pressefahrt ganz nebenbei mal – kam ich nämlich in den Genuss und fuhr zum ersten mal 1. Klasse, dafür aber gleich den ganzen Tag, auf drei verschiedenen Strecken und in drei verschiedenen Zugtypen. Ich gestehe, wie auch der oben erwähnte Kauf belegt, man kann sich dran gewöhnen, bzw. man gewöhnt sich leider viel zu schnell dran.
Im normalen ICE ist der Unterschied in etwa so wie zwischen Langnese Eis und Ben & Jerry’s. Ersteres ist durchaus gut, aber wenn man mal die Wahl ohne den üblichen Preisunterschied hat, nehm ich zumindest Ben & Jerry’s.
Der Platzunterschied ist für mich der ausschlaggebende Faktor. Anstelle von vier Sitzen, sind es in der 1. Kl. nur drei und drei deutlich breitere. Die Lederbezüge wären meines Erachtens nicht nötig, mit Strumpfhose rutscht man permanent vom Sitz runter, ein bissl nervig.

Im TGV schaut’s jedoch ganz anders aus. Abgesehen von dem Platzbonus bekommt man hier, wenn man ein Ticket ins Ausland hat auch noch Frühstück (Brötchen, Croissant, Pain au Chocolat, Aufschnitt, Saft, Joghurt uvm.) am Platz serviert, im Preis inbegriffen. Unwissend wie ich war, hab ich mir am Vorabend noch leckere Brote geschmiert und als die Durchsage kam in der 1. Kl. würden wir einen kleinen Snack serviert bekommen, rechnete ich mit einer Erdnusstüte und versuchte im Speisewagen diesen vermeintlichen Snack gegen einen Kaffee umzutauschen. Im Nachhinein ist mir das Unverständnis des Bahnmitarbeiters bei dieser abwegigen Frage natürlich auch klar geworden. Kaffee gab’s schließlich soviel man wollte auch an den Sitzplatz, Tageszeitungen ebenso.

Und was passiert auf so einer Pressezugfahrt eigentlich?

Auf der eigentlichen Pressefahrt von Straßburg nach Frankfurt hat’s mit dem Kaffee leider nicht so geklappt. Dafür gab’s aber extrem leckere Petit Fours, Obstspieße auf Schokoananas, türkischen Nougat, Amaretti (der Kaffee blieb immer noch aus), an jedem zweiten Bahnhof ’ne Kapelle und ein goody bag. Während der Fahrt wurde durch verschiedene Animateurgruppen wie Pantomime und Kreativkünstler für Unterhaltung gesorgt. In Frankfurt erwartete mich sogar ein abgesperrtes Gleis und der rote Teppich. Naja fast, der rote Teppich galt nicht allen Wagons, meinem nicht, sondern dem mit Herrn Grube natürlich.
Hab ich schon den ganzen Alkohol erwähnt?

Pressefahrt Straßbourg

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Marianna

von

Marianna ist Hamburgerin mit griechischen Wurzeln, studierte in Berlin Literatur-, Kultur- und Rechtswissenschaften und arbeitete in Indien, Griechenland und München. Sie lebt in Berlin, ist als Autorin, Webdesignerin und Fotografin tätig und ist süchtig nach frischem Koriander.

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