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In Flandern muss ich immer an das Computerspiel Anno 1503 denken und mich überkommt auch zeitweise das Gefühl in dieser makellosen digitalen Welt umherzuschlendern. Das liegt wohl an der Jahrhunderte alten flämischen Architektur, wo mich jedes einzelne Haus dazu verleitet Stunden davor zu stehen und die zahlreichen individuellen Details zu entdecken.
Keines gleicht dem anderen. Soviel Einzigartigkeit gibt es bei uns heute im architektonischen Stadtbild nicht mehr.

Obendrein betört mich mal wieder die Entdeckung, Dinge die ich bisher nur aus der medialen Welt kannte auch in real zu erfahren. Diesmal die Architektur aus einem Computerspiel, beim letzten Mal die Jedi-Ritter in Marrakesch.

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Leuven
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Rathaus Leuven

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Die Altstädte von Leuven und Mechelen sind quasi tatsächlich noch vollständig anno 1503. Zumindest dem Schein nach. Leuvens Altstadt wurde nämlich erst nach dem Ersten Weltkrieg gebaut. Wiederaufgebaut, weil die Deutschen im August 1914 einmarschierten und die Universitätsstadt Leuven in Schutt und Asche legten.

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Mechelen

Die Belgier haben aber scheinbar irgendwann die Schnauze voll gehabt von dieser fulminanten Architektur und rebellierten, woraus die Bewegung Ugly Belgian Houses entstand.
Ein durchaus interessanter Kontrast.

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Danke an Flandern Tourismus für die Unterstützung der Reise nach Leuven und Mechelen.

CategoriesAllgemein
Marianna

Marianna ist Hamburgerin mit griechischen Wurzeln, studierte in Berlin Literatur-, Kultur- und Rechtswissenschaften und arbeitete in Indien, Griechenland und München. Sie lebt in Berlin, ist als Autorin, Webdesignerin und Fotografin tätig und ist süchtig nach frischem Koriander.

  1. Christina says:

    wow, tolle Bilder aus Belgien. Leider war ich noch nie in den Beneluxstaaten, aber sieht wirklich sehr einladend aus dort mal einen on-the-roadtripp machen. danke für die Eindrücke.

  2. Jochen says:

    Ja Flandern hat viele schöne Ecken und Städtchen. In diesem Jahr besonders sehenswert – die Ecke um Diksmuide und Ieper, auch bekannt als „Flanders Fields“. Der erste Weltkrieg hat dort sein brutales Gesicht verewigt – bis heute. Aus NRW kommt man übrigens ganz schnell mal nach Belgien – Antwerpen ist knapp 2 Stunden von Düsseldorf entfernt und immer sehenswert! :-)

    1. Marianna says:

      Will dieses Jahr auch wieder hin!
      Antwerpen und Gent sind geplant. Flanders Fields klingt interessant. Mal schauen, ob das klappt. Danke dir!

  3. Kivi says:

    Die Städte muss ich auch noch besuchen, aber ich denke an meinen Favoriten, Brügge, kommt keine Stadt ran :) Ich war jetzt schon so oft dort und entdecke doch jedes Mal neue interessante Gebäude, Ecken, Sachen, und so weiter.

    1. Marianna says:

      Brügge fand ich auch großartig! Aber Gent mag ich von den flämischen Städten bisher am allerliebsten. Brügge war vielleicht einfach ne Spur zu schön und touristisch ;)

  4. Anton says:

    hihi tatsächlich sieht es aus wie in dem berühmten Spiel Annto 1604 :-) Männo wieviel Zeit ich daran verbracht habe :P

    schönen Gruß aus Südtirol,

    Anton

  5. Nicolo says:

    Hallo Marianna,
    vielen Dank für Deine Eindrücke über Deine Zeit in Belgien. Ich habe mir bei meiner Flandern Rundfahrt noch eine Dosis mehr gegönnt und habe auch Brügge (komplett historisch), Gent und Antwerpen besucht.

    Ich finde Deine Idee spannend, die historischen Gebäude mit der neueren belgischen Architektur zu vergleichen. Das hat mich etwas an Kassel erinnert, wo ich lebe. Hier wurden die historischen Gebäude fast alle zerstört und die Kasseler bauten die Stadt vollkommen neumodisch auf – gewöhnungsbedürftig. ;)

    Sonnige Grüße aus Nicolos Reiseblog, Nicolo

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