Nach zwei Flugstunden und einer Busfahrt, die über Autobahnen und vorbei an dunkelgrünen Wäldern führt, erreiche ich Stockholm. Schnell in die richtige Tunnelbana, schnell nach Södermalm. Mit dem Fahrstuhl hinauf, der Schlüssel passt perfekt in die Wohnungstür und erschöpft, aber glücklich, streife ich die Schuhe ab – es fühlt sich fast ein wenig nach Zuhause an.

Von Portugal nach Schweden, der Plan geht auf: Das Wetter ist kälter (eine angenehme Abwechslung), die Straßen nicht so staubig (im Gegenteil), Stockholm wirkt aufgeräumt und klar.

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Die kommenden Tage werden unaufgeregt und schlicht, ohne große Abenteuer. Dafür mit viel Gemütlichkeit und ein wenig Ruhe. Abends wird man mich mit Rotwein und Buch auf dem grauen und sehr bequemen Sofa meines Airbnb-Apartments finden, in der offenen Wohnküche auf der Anrichte noch ein Glas Pesto vom Abendessen, daneben einzelne Parmesankrümel. Nein, wir sind nicht in Italien, aber zuhause gibt es so etwas Einfaches auch von Zeit zu Zeit.

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Am Tag dagegen: Frühstück bei Drop Coffee Roasters oder im Bistro mit Kino, als Souvenir bringe ich ein paar Kaffeebohnen mit nach Hause. Ich schlendere durch die schmalen Gassen der Gamla Stan, unter mir das Kopfsteinpflaster, und werfe einen Blick auf das königliche Schloss und seine Wachen. Zwischendurch kaufe ich zur Stärkung einen Hot-Dog beim SevenEleven an der Ecke und – über die Tage verteilt – das ein oder andere Stück Kuchen.

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Ich entdecke Spatzen in einer Hecke (schaue ich genauer hin, werden es immer mehr), einen Magazin-Laden in der Krukmakargatan , indem die Zeit gefühlt viel langsamer voran schreitet und eine Kamerabörse mit alten Schätzen.

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Und dann: Vorbei an einem Straßenmusiker mit schwarzem Hut, der von der Polis gebeten wird, woanders zu spielen. Doch dann übernimmt ein chinesischer Rockstar die Gitarre und legt los. Ein Freund zeigt uns die schönste Kunstausstellung der Stadt: die U-Bahnstationen. Eine rote Höhle in Radhuset, blaue Ranken über mir in der T-Centralen, woanders ein Regenbogen und dazwischen eilen die Stockholmer zu einem Termin, telefonieren und erleben ihren Alltag, während ich von Station zu Station stolpere wie auf einer Schatzsuche.

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Zurück in Södermalm füllt sich der Einkaufskorb mit dem Nötigsten – Wein, Joghurt, Müsli – und dann geht es zurück in die Wohnung. Der alte Aufzug mit Rolltür bringt mich wieder hinauf, ich ziehe die warmen Socken an und bei einem oder zwei Gläsern Wein kommt mir der Gedanke, dass dies die schönste Art ist, eine Stadt zu entdecken: Ich tue so, als würde ich hier leben. Mit allem was dazu gehört – Abwasch, Bett machen, Füße auf dem Tisch und die Nachbarn lächle ich im Treppenhaus schüchtern an. Das Schöne: Sie lächeln zurück.

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Diese Reise wurde unterstützt von Airbnb.

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von

Studiert und arbeitet in Kassel, doch am liebsten fährt sie durch fremde Landschaften oder mit der Belgrader Straßenbahn. Und schreibt darüber. Immer mit dabei: Ein Notizbuch und ein kleiner Beutel voller Fotofilme, denn ihre Reisen fotografiert sie ausschließlich analog. Was sie noch mag? Gespräche. Mehr dazu auf: fünfpluszwei.de.

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