Bonjour! Diesmal melde ich mich wieder aus dem guten alten Deutschland. Alles so schön ordentlich hier. Und ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Franzosen keine Straßenpfosten haben?
So etwas fällt einem auch nur auf, wenn man dort gelebt hat.

Wie auch immer, ist meine Austauschschülerin gestern zu mir gekommen und lebt jetzt für 10 Wochen bei uns zu Hause. Wir sind es ja mittlerweile gewöhnt das Zimmer zu teilen. Viele werden sich jetzt denken: „Oh Gott, 2 Mädchen im Teenageralter für 3 Monate (letztendlich ja sogar 6…) in einem Zimmer? Das ist ja der reinste Zickenkrieg!“

Nein, so war das nicht. Wir haben uns in den letzten 3 Monaten noch nie gestritten, was allerdings hauptsächlich daran lag, dass wir beide Streite weitläufig umgangen sind, da wir ja noch eine ganz schön lange Zeit zusammen verbringen müssen, viel eher aber daran, dass wir nicht sehr viel miteinander gesprochen haben. Ich hatte es zugegebenermaßen irgendwann mal satt, mir Gespräche aus der Nase ziehen zu müssen auf die ich dann nur kurze Antworten bekam. Hier in Deutschland, fürchte ich, ist sie damit an der Reihe.

Dafür habe ich eine wirklich enge Freundschaft mit meinem Bett angefangen und, ich gebs zu, ich vermiss es kein Stück! (Sorry Bett, war nicht so gemeint…)

Allerdings saß ich nicht so viel alleine rum, weil ich zu faul war zu reden, sondern weil ich nichts anderes tun konnte. Ich konnte nicht rausgehen, irgendwo hingehen, nicht in die Küche gehen, etwas backen, mich nicht faul auf das Sofa schmeißen und den Fernseher anmachen (abgesehen davon, dass der als Babysitter missbraucht wurde und auch morgens um 6 Uhr auf ganz leise aber hörbar als Vor-dem-Frühstück-Beschäftigung lief. Und es lief nicht irgendwas, nein, es lief Spongebob, und ich kann ihn einfach nicht leiden…), was weiß ich was machen, was man zu Hause einfach machen kann. Man ist einfach eingesperrt.

Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr negativ. Nicht, dass es nicht so gewesen wäre, aber es gab auch ganz schöne Momente. Momente, die man bloggt. Wir haben einige schöne Ausflüge gemacht und ich konnte stolze 35 GB Fotos machen.

la_reunion_pflanzenweltlareunion_landschaft

Und bevor ich es vergesse zu sagen, alle Fotos, die ich gebloggt habe (auch alle anderen) sind manuell fotografiert. Ich will meine Fotos selbst machen und nicht die Kamera die Fotos. Meine Kamera, die ich dabei hatte, war übrigens die Olympus OM-D E-M10* und sie hat die Tropen gut überstanden. Ich kann sie nur bestens weiterempfehlen. Obwohl ich anfangs gegen Systemkameras war, bin ich doch ganz froh, eine zu haben, weil sie einfach so viel leichter, kleiner und praktischer sind. Da hat es sich sogar gelohnt, etwas mehr zu investieren und an der Stelle bedanke ich mich auch gleich bei meinen lieben Eltern, die mir einen Teil davon finanziert haben!

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Auf meinem Rückflug, für den ich zweimal umsteigen, die Fluggesellschaft wechseln und mehrere Stunden warten musste, habe ich eine nette Engländerin kennengelernt (der Akzent ist doch wirklich süß ^^), mit der ich bis spät in die Nacht geredet habe. Sie stellte mir die Frage „Bereust du es? Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du es noch einmal machen?“ (auf Englisch natürlich)
Ich musste ehrlich gesagt ein bisschen über meine Antwort nachdenken, aber letztendlich bereue ich es auf gar keinen Fall. Das ist eine einmalige Erfahrung, die jeder einmal machen sollte. Ich würde mein vergangenes Ich das auf jeden Fall auch machen lassen. Aber ich würde es, glaube ich, kein zweites Mal machen.

Mit diesen Worten beende ich meinen letzten Artikel meiner Gastkolumne. Vielleicht kann ich Marianna ja überreden, später einmal noch einen Gastartikel zu schreiben… ;D
Mal sehen. Aber ich bedanke mich herzlichst dafür, dass ich die Chance hatte, hier schreiben zu dürfen. Danke Marianna!

Liebe Grüße,
Anni

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Anni Zettl

von

Ich heiße Anni und bin 15 Jahre alt. Ich habe mich dieses Jahr dafür entschieden, einen dreimonatigen Austausch nach La Reunion zu machen. Zum einen wegen meiner unbestreitbaren Abenteuerlust, vor allem aber wegen der Sprache. Ich lerne seit ungefähr 4 Jahren französisch und habe schon sehr früh Gefallen daran gefunden.

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