Ganz ehrlich hatte ich mir Griechenland anders vorgestellt. Besonders jetzt, im Juni. Nix mit Sonne oder türkisfarbenem Wasser, Halkidiki sieht aus als ob die Welt gleich von einer Sintflut verschluckt wird. Ich schlucke auch, denn was macht man in einem Strand Resort wenn es die ganze Zeit regnet?

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Ich komme aus Thessaloniki, wo ich auf Pressereise war, und will jetzt das Hamptons der Stadtbewohner, Halkidiki, erkunden. Halkidiki ist eine Halbinsel mit drei Landzungen: Cassandra, Sithonia und Atos. Mein Taxifahrer scherzt – nach Cassandra kommt man wenn man eine Frau will, nach Sithona wenn man eine Frau hat und nach Atos wenn einem die Frau weggelaufen ist. Letzteres ist Ort eines Männerklosters und Frauen ist der Zutritt aufs Land streng untersagt; nur vom Boot darf Frau einen Blick drauf werfen, wenn die Neugierde gross ist.

Meine ist es nicht, die Männer dürfen gerne unter sich bleiben. Mein Weg führt stattdessen nach Sithonia ins Ekies All Senses Resort und Spa. Effie am Empfang begrüsst mich überschwänglich und auch der Regen verzieht sich zur Begrüßung. Mein Zimmer ist noch nicht fertig und so gehe ich erstmal ins Restaurant. Trotz Wintergarten Atmosphäre ist das auch grau in grau ziemlich gemütlich, denn die Wolken sind immer noch da. Was wie ein grosser Raum erscheint sind eigentlich zwei aneinander grenzende Restaurants, Kouzina und Koutali, wobei letzteres zum Mittag und abends zum à la Carte Essen geöffnet ist. Nach einer Woche voller kulinarischen Orgien bin ich erstmal bescheiden und bestelle mir einen Salat mit Scampi und nur ein Glas des griechischem Rosés.

Ekies Besitzerin, Alexandra Efstathiadou, spielte hier schon als Kind umgeben von Pinienwäldern im türkisfarbenen Wasser. Als sie später das Refugium ihrer Kindheit verkommen fand, entschied sie sich, das Grundstück zu kaufen und ein Hotel zu bauen, was ihren Kindheitsträumen entsprach. So entstand eine harmonische Schöpfung aus dem Besten was Griechenland zu bieten hat: unvergleichliche Naturschönheit, lokale Materialien und modernes, griechisches Design und Architektur.

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Ich bin gerade fertig mit meinem Essen als Effie auftaucht, mein Zimmer ist bereit und darf sie mich hinbringen? Aber klar! Zimmer ist nicht ganz richtig, denn ich werde in eine Junior Suite geführt. Hier trifft sich weisser Strandlook und minimalistisches Eco-Design. Eine Flasche Begrüssungschampagner mit Obstteller steht auch schon bereit – ein Gruß vom Management wie ich ihn mag. Weil mir die Aussenwelt immer noch zu grau erscheint, mache ich erstmal ein Nickerchen. Meine ”coco-mat’ Matratze ist himmlisch und ich schlafe wie auf einer Wolke.

Gerade noch rechtzeitig wache ich zum Abendessen auf. In Ekies hat man die Möglichkeit zwischen einem Halbpension Buffet oder individuellem à la Carte essen zu wählen.

Nach Sithona kommt man zum Entspannen und nicht um zu feiern, klar dass es deshalb viele Familien hierher verschlägt. Ekies ist deshalb auch sehr kinderfreundlich. Das ist toll, wenn man mit Kleinen reist, aber auch oft ein bisschen laut und wuselig. Zumindest für uns Alleinreisende oder wenn man hier zweisame Romantik sucht. Besonders um das Buffet tobt das Leben und ich bringe mich lieber vor kleinen, spitzen Ellenbogen und fliegenden Spaghetti in Sicherheit. Auch wenn meine kleine Terrasse mit einem privaten Jacuzzi ausgestattet war, wäre ich mir von den kleinen Fussballspielern auf dem Rasen davor, etwas zu beobachtet vorgekommen. So nutze ich es stattdessen, um am nächsten Tag mein Tauchequipment ‘zu baden’ und vom Meerwasser zu befreien – sehr praktisch.

Zum Glück zeigt sich am nächsten Morgen die Sonne und Ekies sieht gleich noch viel schöner aus. Ich frühstücke halbwegs gesund mit Vollfett Yoghurt, Früchten, Mandeln und griechischem Thymianhonig. Nach meiner Tauchexursion ist Entspannung angesagt und ich verbringe den Nachtmittag zwischen Pool und dem hauseigenen Spa. Dort werde ich von Expertin Martina mit einer Massage aus dem alten Griechenland und mehr Honig verwöhnt, diesmal allerdings auf meinem Gesicht. Ablecken verboten!

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Glücklicherweise gilt das nicht fürs Abendessen; diesmal bin ich im à la Carte Restaurant und freue mich über fantastischen griechischen Wein aus der Gegend. Udo Jürgens wusste es ja schon lange, selten habe ich besseren Wein getrunken. Der Abend wird noch besser als erst Lachs Sashimi mit Kokosnuss und dann Perl Kuskus mit Gambas vor mir stehen. Natürlich gibt es dazu einen Eins-a Sonnenuntergang wie nur Griechenland ihn hinbekommt.

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Zum Nachtisch ziehe ich mich mit einem weiteren Glass Wein ins Baumhaus zurück. Wer wie ich schon immer eine Vorliebe für Peter Pan hatte, kommt hier ganz erwachsen und schick auf seine Kosten. Ein perfekter Ort zum Arbeiten, Knutschen oder Sterne zählen.

Nach einer weiteren Wolkennacht werde ich am nächsten Morgen von meinem Fahrer abgeholt. Ich gehe wie ich gekommen bin, im Regen. Vielleicht ist es besser so, denn so gemütlich der Wintergarten auch ist, Ekies strahlt definitiv mehr wenn die Sonne schein.

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Annika Ziehen

von

Folgte früh ihrem Fernweh und lebte viele Jahre in New York und Kapstadt. Jetzt zieht sie von Hamburg aus, um die Welt zu entdecken, Nemo zu finden und Geschichten über Essen, Abenteuer und Elefanten zu schreiben. Finde diese Geschichten auf ihrem Blog The Midnight Blue Elephant, Facebook und Instagram.

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(1) Kommentar Schreib mir was!

  1. Max
    • 10. Juni 2016

    Wenn die Realität nur halb so schön ist, wie die tollen Bilder ist das auf jeden Fall eine Reise wert. Ich glaube wir tun den Menschen in Griechenland unrecht, wenn wir das Land meiden.

    Liebe Grüße aus München
    Max

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