So was kannte ich bislang nur aus dem Fernsehen und in Bezug auf den Ballermann; ohne den exotischen Aspekt. Cocktails aus Spielzeugeimern To Go, Pad Thai, fotowirksame knusprig frittierte Insekten und Masseure als Fließbandarbeiter.

Dazwischen unfassbar viele Touristen, überwiegend aus der westlichen Welt. Fasziniert staunend schlendere ich durch diese neokolonialistische Touristenabfertigungsfabrik auf der Suche nach dem berüchtigten Banana-Pancake. Schließlich ist die Khaosan Road teil des Banana Pancake Trails, der durch Südostasien führt.
Doch nur ein einziger Stand offeriert den Banana Pancake. Später wird uns klar, dass die Altstadt von Chiang Mai neue Hochburg des Banana Pancakes zu sein scheint.

Langsam schleppt sich ein blinder Sänger mit schlechtem Verstärker durch die Straße. Er findet keine Beachtung. Ich bin durch das Gesamtgeschehen so gefesselt, dass mir nichts besseres einfällt als sinnlos die Kamera draufzuhalten. Ein paar Sekunden später ist mir das reichlich unangenehm, bleibe aber trotzdem angewurzelt sitzen.

Auf dem Rückweg zu unserem Appartement kann ich die Frage, die mir nun seit einem Jahr gestellt wird, “ändert sich das Reisen mit Kind”, nun zum ersten Mal mit einem “Ja” beantworten. Das Sicherheitsbedürfnis steigt. Unser Tuk Tuk Fahrer will einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, insbesondere fürs Kurvenfahren. Wirklich bodenfest fühlt sich das Gefährt nicht an. Ich wünsche mir Stau herbei, damit unser Rennfahrer abgremst wird, male mir gedanklich bereits mehrere Unfälle aus und ob ich es schaffe das Kind beim Crash ausreichend zu schützen, dass es nicht lebensgefährlich verletzt wird.
Der Tuk Tuk Fahrer aber kennt Bangkoks Straßen und ihr Verkehrsaufkommen wie seine Westentasche, er umfährt tatsächlich jeden Stau. Als ich nervlich kapituliere, einfach nur noch raus will, weil mein Kopfkino droht real zu werden, sind wir da.
Das Baby ist im kühlen Fahrtwind entspannt eingeschlafen.

Spread the word!

Marianna

von

Marianna ist Hamburgerin mit griechischen Wurzeln, studierte in Berlin Literatur-, Kultur- und Rechtswissenschaften und arbeitete in Indien, Griechenland und München. Sie lebt in Berlin, ist als Autorin, Webdesignerin und Fotografin tätig und ist süchtig nach frischem Koriander.

back to top
 

(14) Kommentare Schreib mir was!

    • 13. März 2017

    “Neokolonialistische Touristenabfertigungsfabrik” – Gefällt mir! :-D
    Weißt du noch, wo du die Pancakes letztlich gegessen hast? War der Stand tricky zu finden? Ich bin im Sommer auch dort und würde sie ungern auslassen :-)

    Liebe Grüße
    Laura

    • Marianna
      Marianna
      • 13. März 2017

      Liebe Laura,

      An einem der beiden Enden der Khaosan-Road, weiß nicht mehr an welchem der beiden ;)
      Ist aber einfach zu finden.
      Viel Spaß wünsche ich dir

    • 16. März 2017

    Jetzt mag ich Banana pancakes essen :)
    Liebsten Gruß Euch dreien, Jeanny

  1. Ewa
    • 16. März 2017

    Wie immer gut geschrieben und dadurch kann ich dein Gefühl bei der Fahrt mit dem Tuk Tuk gut nachvollziehen! Bin gespannt, wo es dich als nächstes hin verschlägt! Mein Fernweh ist mal wieder geweckt…aber ich darf noch ein Weilchen warten bis ich wieder weg komme. :-/ Na ja…auch in Deutschland gibt es schöne Orte! :-)

    • 18. März 2017

    Krass. Aber interessanter Artikel. Und tolle Bilder! LG Marc

    • 20. März 2017

    Ach ja, die Khaosan Road. Ein sehr schöner Artikel, der die Atmosphäre dort doch sehr gut einfängt. :)
    Liebe reisefrohe Grüße
    Anne

    • 20. März 2017

    Oh man, super Artikel!
    Ich bekomme sofort Fernweh – ganz schlimm-.
    Danke für die tollen Eindrücke, die Khao San Road ist wirklich etwas ganz besonderes auf dieser Welt – auch wenn es einer absoluten Touristenschlacht gleicht – Eine ganz besondere Atmosphäre.
    Welches ist denn deine Lieblingsbar?
    Liebe Grüße

    Lenni

    • Marianna
      Marianna
      • 21. März 2017

      Da ich mit meiner beinahe einjährigen Tochter da war, hab ich keine Bar ausprobiert ;)

    • 21. März 2017

    Khaosan Road – da waren wir auch vor 6 Jahren mit unseren 2 Jungs, die damals 6 und 8 Jahre alt waren. Wir haben ihnen dort die Haare schneiden lassen, die Frisörinnen waren hin und weg von den blonden, blau-äugigen Jungs :)

    Reisen mit Kindern ist schon etwas anders, als wenn man alleine ist. Aber das ist auch positiv. Man nimmt sich mehr Zeit und kann schöne Orte ganz anders erleben.

    • 2. April 2017

    Tja, die Khaosan Road ikst auch nicht mehr das, was sie mal war. War dort 1992. Da war es zwar auch schon ziemlich touristisch aber noch bei weitem nicht sooo!
    LG
    Ulrike

  2. Simone
    • 15. April 2017

    …oh je… die Massen-Tourismus-“Fotos” sind ganz fürchterlich… …
    Was macht das mit den Menschen?!?

  3. wanderlust32
    • 19. April 2017

    Fernweh garantiert :D
    Plane auch bald einmal nach Thailand zu fliegen, da ich bisher nur Wanderurlaube und Wellnessurlaube in meinen Nachbarländern, vor allem in der Schweiz, gemacht habe, und gerne mal eine ganz andere Kultur kennenlernen will. Leider weiß ich nicht, ob Thailand für mich zu hektisch ist, da ich es gerne ruhig mag und mich so besser erholen kann. Also vielleicht lieber Strand und Kokosnüsse? :)

  4. Lisa
    • 19. April 2017

    Da bekomme ich sofort Lust auf Reisen! Verfolge jetzt schon länger deinen Blog und muss sagen: kann mich eigentlich nicht satt lesen!:)

Alle Kommentare anzeigen

¡Kommentiere!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.